Der Rheinfall

14. Juni 2011

Der Rheinfall bei Schaffhausen trug früher auch den Namen Großer Laufen. Auf schweizerdeutsch heißt er auch Rhyfall. Was viele nicht wissen ist, dass es sich beim Rheinfall um den wasserreichsten Wasserfall Europas handelt. Auf seinem Weg vom Bodensee bis hin nach Basel passiert der Hochrhein widerstandsfähige Gesteine, die ihn in seinem Flussbett einschnüren. Die kinetische Energie entlädt sich in vielen Stromschnellen und schließlich am Rheinfall. Der Rheinfall weist eine Breite von etwa 150 m auf und überwindet eine Höhe von knapp 45 m. Die Prallzone des Kolks ist je nach Wasserführung um die 13 m tief. Im Mittel stürzen hier pro Sekunde etwa 370 bis 380 Kubikmeter Wasser zu Tal. Der Rheinfall ist wegen seiner Energie flussaufwärts von Fischen nicht zu überwinden. Eine Ausnahme bildet der Aal, der sich auch auf dem Land seinen Wege nach oben suchen kann.

Der felsige Untergrund ist viel älter als der Fluss selbst. Vor den Eiszeiten verlief der Rhein weiter westwärts. Diese Täler wurden von den Eiszeiten aber mit Geröll zugeschüttet, so dass der Fluss nach Süden gezwungen wurde. Am Rheinfall wurden auf der nördlichen Flussseite schon sehr früh Mühlen betrieben. Ende des 19. Jahrhunderts entstand hier ein Wasserkraftwerk, das die ersten europäischen Aluminium-Werke und die Schweizerische Waggon-Fabrik mit elektrischer Energie versorgte. Immerhin verfügt das Kraftwerk über eine installierte Leistung von 4,5 MW. Die ökonomische Bedeutung des Rheinfalls in heutigen Tagen ist vorrangig dem Tourismus zuzuschreiben. Zwar existierten immer wieder Pläne, den Rheinfall energetisch wesentlich besser auszubeuten, doch diese scheiterten letztlich am Widerstand der Anwohner. Auch war geplant, den Rheinfall für die Schifffahrt überwindbar zu gestalten, unter anderem mit einem Schiffstunnel. Auch diese interessanten Pläne konnten gegen den Widerstand der Bevölkerung nicht umgesetzt werden.

Heute erreichen die Schaulustigen auf beiden Seiten des Rheinfall über gut ausgebaute Wege die touristisch erfolgreich betriebenen Aussichtsplattformen, die teils recht weit über den Fluss hinausragen. Vom Schlösschen Wörth am Rheinfallbecken bei Neuhausen aus kann man mit Ausflugsboten bis kurz an den Rheinfall heran fahren. Es wurde von wagemutigen Extremsportlern trotz Verbote wiederholt versucht, den Rheinfall mit Kanus zu überwinden. Dies gelang auch schon einige Male obwohl für diese Verstöße Strafen in Höhe von um die 5000 Schweizer Franken ausgesetzt sind.

Das Rhein-Maas-Delta und die Deltawerke

30. Mai 2011

Der Rhein hat nicht nur in Deutschland eine große Bedeutung, sondern auch in unserem Nachbarland den Niederlanden.
Hier bilden die Flüsse Rhein, Maas und Schelde das Rhein-Maas-Delta. In einigen Internetquellen findet man auch den weniger benutzten und fast unbekannten Begriff Rhein-Maas-Schelde-Delta. Denn auch das Delta der Schelde muss geografisch mit einbezogen werden.
Das Rhein-Maas-Delta ist eine zentrale niederländische Region und hat aufgrund Ihres Gezeitencharakters schon viele Überschwemmungen verursacht.
Aus diesem Grund baute man in den Niederlanden die Deltawerke, um sich vor Überschwemmungen und Hochwasser zu schützen. Die Deltawerke sind ein riesiges und beeindruckendes Bauprojekt, welches auch heute noch immer wieder ergänzt wird. Es hat seinen Hauptteil in der niederländischen Provinz Zeeland, nimmt aber auch Teile von Südholland und Nordbrabant mit ein. Die verschiedenen Teile der Deltawerke teilen sich auch auf verschiedene Küstenabschnitte auf.
Die gesamte niederländische Küste hat sich durch den Bau der Deltawerke dramatisch verändert. Von den ehemals ca. 350 km Küstenlinie (inkl. Der Inseln) gibt es heutzutage noch noch 60 km.
Begonnen hat man das Bauwerk 1958 mit dem Bau des Sperrwerk Hollandse Ijssel und wurde in 12 verschiedenen Bauabschnitten bis zum Maeslantkering 1997 fertiggestellt. Die bei Baubeginn anberaumten 25 Bauzeit wurde somit um glatte 14 Jahre übertroffen.
Doch es hat sich gelohnt: Durch die verschiedenen Dämme, Sturmflutwehre und Schleusen konnten die früher häufigen Überschwemmung minimiert werden und die Küstenerosion verhindert werden.
Für Besucher sind die meisten Teile der Deltawerke nicht zugänglich. Einige wenige jedoch sind für interessierte Besucher offen: die Oosterschelde-Sperre, der Haringvliet-Damm, die Maeslant-Sperre und der Westerschelde-Tunnel können besichtigt werden.
In den drei Besucherzentren Waterland Neeltje Jans, Haringsvliet Exo und Maeslantkering kann man sich ein detaillierteres Bild von dem Ausmaß des ganzen Projektes machen.
Die Besichtigung von Maschinenräumen, Sturmflutsperren und interaktiven Schauräumen macht dies zu einem ganz besonderen Erlebnis für Groß und Klein.