Der Rheinfall bei Schaffhausen trug früher auch den Namen Großer Laufen. Auf schweizerdeutsch heißt er auch Rhyfall. Was viele nicht wissen ist, dass es sich beim Rheinfall um den wasserreichsten Wasserfall Europas handelt. Auf seinem Weg vom Bodensee bis hin nach Basel passiert der Hochrhein widerstandsfähige Gesteine, die ihn in seinem Flussbett einschnüren. Die kinetische Energie entlädt sich in vielen Stromschnellen und schließlich am Rheinfall. Der Rheinfall weist eine Breite von etwa 150 m auf und überwindet eine Höhe von knapp 45 m. Die Prallzone des Kolks ist je nach Wasserführung um die 13 m tief. Im Mittel stürzen hier pro Sekunde etwa 370 bis 380 Kubikmeter Wasser zu Tal. Der Rheinfall ist wegen seiner Energie flussaufwärts von Fischen nicht zu überwinden. Eine Ausnahme bildet der Aal, der sich auch auf dem Land seinen Wege nach oben suchen kann.
Der felsige Untergrund ist viel älter als der Fluss selbst. Vor den Eiszeiten verlief der Rhein weiter westwärts. Diese Täler wurden von den Eiszeiten aber mit Geröll zugeschüttet, so dass der Fluss nach Süden gezwungen wurde. Am Rheinfall wurden auf der nördlichen Flussseite schon sehr früh Mühlen betrieben. Ende des 19. Jahrhunderts entstand hier ein Wasserkraftwerk, das die ersten europäischen Aluminium-Werke und die Schweizerische Waggon-Fabrik mit elektrischer Energie versorgte. Immerhin verfügt das Kraftwerk über eine installierte Leistung von 4,5 MW. Die ökonomische Bedeutung des Rheinfalls in heutigen Tagen ist vorrangig dem Tourismus zuzuschreiben. Zwar existierten immer wieder Pläne, den Rheinfall energetisch wesentlich besser auszubeuten, doch diese scheiterten letztlich am Widerstand der Anwohner. Auch war geplant, den Rheinfall für die Schifffahrt überwindbar zu gestalten, unter anderem mit einem Schiffstunnel. Auch diese interessanten Pläne konnten gegen den Widerstand der Bevölkerung nicht umgesetzt werden.
Heute erreichen die Schaulustigen auf beiden Seiten des Rheinfall über gut ausgebaute Wege die touristisch erfolgreich betriebenen Aussichtsplattformen, die teils recht weit über den Fluss hinausragen. Vom Schlösschen Wörth am Rheinfallbecken bei Neuhausen aus kann man mit Ausflugsboten bis kurz an den Rheinfall heran fahren. Es wurde von wagemutigen Extremsportlern trotz Verbote wiederholt versucht, den Rheinfall mit Kanus zu überwinden. Dies gelang auch schon einige Male obwohl für diese Verstöße Strafen in Höhe von um die 5000 Schweizer Franken ausgesetzt sind.